Non­nen­horner Seglerverein e.V.

Erleb­nisse eines Wet­tfahrtleit­ers,

Das Wet­ter meinte es nicht so richtig gut am let­zten Mai­woch­enende. Die Vorher­sagen der großen Wet­ter­di­en­ste alle unter­schiedlich, nur in einem waren sie sich einig, irgend­wann kommt Regen und mit dem Regen der Wind! Trotz der widri­gen Vorher­sagen trauten sich 15 Crews am Son­ntag­mor­gen in den Hafen, um an der ersten Non­nen­stein­re­gatta 2016 teilzunehmen.

Neu-Wettfahrtleiter Seba Reis­chl stellt pünk­tlich um 11:00 Uhr bei der Steuer­manns­be­sprechung die Regat­tabahn für die Non­nen­stein vor. „Stern­fahrer“ — der neue Par­cour für den Tag – sorgte am Anfang noch für etwas Ver­wirrung, kon­nte aber schlussendlich doch von allen richtig abge­segelt wer­den! Der Start verzögerte sich dann doch lei­der um etwa eine Stunde, da der Wind auf sich warten lies. Um kurz nach 12:00 Uhr kon­nten sich aber die Regat­tateil­nehmer bei langsam auf­bauen­dem West­wind auf den Weg machen. Wie angekündigt (der Schweizer Wet­ter­di­enst hatte recht) baut sich von Westen ein sta­biler Wind auf, der bis auf gute 4 Beau­fort auf­frischte und so eine span­nende Wet­tfahrt zu lies. Bei allen Ton­nen­run­dun­gen wurde hart gekämpft und so manche Skip­per luvten sich gegen­seitig mit Spin­naker bis zum Son­nen­schuß in den Wind – oder zer­störten das gute Vorsegel durch Übereifer schon am ersten Luvfass voll­ständig!

Nach knapp einer Stunde war Manuel Sauter, mit Spontan-Steuermann Matthias Nat­terer bere­its im Ziel des abgekürzten Kurses. Der Wind hätte das Absegeln des lan­gen Kurses dur­chaus zuge­lassen, aber Wet­tfahrtleiter Seba Reis­chl entsch­ied sich auf­grund der aufziehen­den Regen­front dafür, alle trocken ins Ziel und den sicheren Hafen zu bekom­men. Nur 20 Minuten später waren alle Regatta-Teilnehmer im Ziel und schafften es rechtzeitig trocken im Hafen fest zu machen. Nur die let­zten Aufräu­mar­beiten an eini­gen Schif­fen und dem Wet­tfahrtleit­er­boot wur­den etwas befeuchtet. Ver­sorgt mit Getränken und köstlicher Brotzeit von Gabi Horn­stein wur­den die erlebten Sit­u­a­tio­nen noch aus­giebig disku­tiert und gemein­sam über das Erlebt gelacht.


In eigener Sache – Erleb­nisse eines Wet­tfahrtleit­ers bei seiner Jungfer­n­fahrt und mein per­sön­licher Held des Tages!

20 Jahre Regat­tasegeln auf höch­stem Niveau und doch wird meine erste Non­nen­stein­re­gatta auf der „anderen Seite“ zum Desaster! Den eigen­willi­gen Kurs haben ALLE richtig inter­pretiert – DANKE! Die Bahn­skizzen wer­den für das näch­ste Mal noch detail­lierter. Auf dem Wasser habe ich gel­ernt, dass 150 Meter Wasser­tiefe zu viel sind, um ein Startschiff/Tonnenschiff/Zielschiff zu ver­ankern! Ins­ge­samt 8 Mal habe 150 Meter Anker­leine wieder aufge­holt, ohne auch nur ein einziges Mal Erfolg gehabt zu haben. Anstelle das erste Mal Ton­nen­run­dun­gen anzuschauen, habe ich mich mehr mit meiner Posi­tion herumgeärg­ert und ver­sucht ein vernün­ftiges „Gate“ in Posi­tion zu hal­ten. Über das Ziel möchte ich schweigen. Zum krö­nen­den Abschluss war dann auch noch die Excelta­belle falsch pro­gram­miert – eine echte Feuer­taufe!

Aber ich lerne und lerne…

Mein per­sön­lich Held des Tages ist Eugen Feld­kircher! Während alle sportlich den Kurs absegel­ten streikte der Motor des Kret­zer. Zufäl­lig kreuzte Hafenmeister-Kanufahrer Hel­mut Sell­mair unseren Weg und kon­tak­tierte Eugen, der uns in Schlepp nahm und uns vor einer Stran­dung in Wasser­burg ret­tete. Das näch­ste Mal packe ich einen Opti­mast ein, da weiß ich mir wenig­stens zu helfen. Eugen brachte uns mehrere Male in Posi­tion, ver­suchte eine vernün­ftige Ziellinie aufrecht zu erhal­ten und schleppte uns uneigen­nützig in den Hafen zurück! Lei­der erwis­chte ihn die Regen­front noch voll beim Aufräu­men, die er ohne uns hätte sicher ver­mei­den kön­nen. An dieser Stelle möchte mich noch ein­mal ganz her­zlich bei Eugen bedanken, ohne den ein Ende der Non­nen­stein nicht möglich gewe­sen wäre!


Mit seg­lerischem Gruß
Seba Reis­chl
Non­nen­horner Seglerverein e.V.

 

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